In Acrylglas selbst Löcher bohren - Tipps und Tricks zu Acryl

Geposted von Bastian Schröder am

Der Fantasie beim Einsatz von Acrylglas sind keine Grenzen gesetzt. Doch schnell stößt man auf die Frage, wie man diesen optisch Glas ähnlichem Werkstoff richtig weiterverarbeiten kann.

Vor allem das Bohren von Löchern kann für die ein oder andere Anwendung unerlässlich sein. Will man den Zuschnitt aufhängen oder anderweitig befestigen, werden oft Löcher benötigt. Auch bei Bastelarbeiten, bei denen das Acryl z.B. als Trägerplatte dient, kann es notwendig werden ein oder mehrere Löcher zu bohren.

Doch bei diesem speziellen Material kann das Bohren von Löchern bei falscher Durchführung schnell zur Katastrophe werden. Denn Acryl ist hier kompromisslos und bricht schnell über die ganze Plattenlänge, wodurch der extra gekaufte Zuschnitt schnell unbrauchbar wird.

Was sind die Probleme beim Bohren von Acrylglas

Acrylglas ist ein recht harter Kunststoff, dadurch aber auch recht brüchig. Ein Bohrer aus Stahl hat leichtes Spiel da durch zu kommen. Wenn jedoch während des Bohrvorgangs zuviel Druck auf das Acryl ausgeübt wird, besteht die Gefahr, dass es zu Brüchen im Material kommt und der Zuschnitt zerstört wird. 

Zudem kann es passieren, dass auf der Rückseite, also der Austrittseite des Bohrlochs, kleine Splitter ausreißen, wenn man zu schnell durch das Acryl bohrt. Hier wird dann ebenfalls zu viel Druck auf das umliegende Material beim Bohrloch aufgebaut, wodurch dann das Acryl reißt oder splittert.

Welche Art von Bohrer soll ich für Acrylglas nutzen?

Am Besten geeignet sind ganz normale Stahlbohrer. Holzbohrer und Steinbohrer funktioniere dagegen nicht gut. Ist der Stahlbohrer schon etwas stumpf, läßt er sich noch kontrollierter und langsamer durch das Acrylglas führen, so dass weniger ausgerissen wird, weil der Bohrer sich nicht zu schnell nach vorne ziehen kann.

Der Bohrvorgang

Natürlich wäre es gut, wenn man mit einem Bohrturm arbeiten könnte. Hier läßt sich die Bohrgeschwindigkeit, die Eintauchgeschwindigkeit und der Druck auf das Material über einen langen Hebel ideal handhaben. Aber auch mit einem Akkubohrer kann man gute Ergebnisse erzielen.

Wichtig sind die folgenden 3 Punkte:

  1. Drehgeschwindigkeit der Bohrmaschine:
    Die Bohrmaschine sollte auf langsame bis maximal mittlere Stufe eingestellt werden. So hat man mehr Kontrolle bei der Handhabung und kann schneller korrigieren.
  2. Druck (und Schnelligkeit) beim Bohren: 
    Der Druck, also wie fest der Bohrer auf das Acryl gedrückt wird, sollte gerade so hoch sein, dass dar Bohrer anfangen kann Material abzutragen. Dann den Druck gleichmäßig aufrecht erhalten, sodass man möglichst langsam in das Material eintaucht.
  3. Die Unterlage
    Damit das Acryl auch bei leichtem Druck nicht bricht, empfiehlt es sich, ein  möglichst glattes Holzbrett unter das Acryl zu legen, in das man hineinbohren kann. So wird das Acryl an der Rückseite gleichmäßig gestützt.

Fazit

Acryl bohren ist kein Hexenwerk. Beachtet man die oben genannte Punkte, hat man schnell den Dreh raus und kann mit etwas Sorgfalt und Geduld in der Hobbywerkstatt sehr gute Resultate erzielen und das Acrylglas für das eigene Projekt anpassen. Viel Spass beim ausprobieren und basteln.